Freiheit
»Man sehnt sich nach Freiheit und glaubt, wenn man sie erlangt, sei man automatisch glücklich. Aber so ist es nicht. Freiheit ist eine notwendige, aber keine ausreichende Bedingung für Glück. Wer seine Fesseln abstreift, lernt erst einmal neue Zwänge kennen. Er selbst muss jetzt über jeden Schritt, den er geht, selber entscheiden, muss selber denken, selber handeln, die Verantwortung für seine Entscheidung übernehmen und die Folgen seines Tuns tragen. Freiheit ist der Zwang, sein Leben selbst gestalten zu müssen. Woran soll man sich dabei halten? Wie sich orientieren? Man ist zur Freiheit verdammt. Wer das erfährt, hält wie gelähmt inne und fürchtet sich vor dem ersten selbständigen Schritt, fürchtet sich schon vorher, noch im Käfig, vor dem letzten Schritt in die Freiheit – so, wie das Volk Israel vor dem letzten Schritt über den Jordan.« (Christian Nürnberger, Die Bibel – was man wirklich wissen muss, Rohwolt Verlag, 2005)
5. Sep 2009, 12:32 | hinterlassenschaft

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