hinterlassenschaft

Das Leben kann so verrückt sein ...

»Jeder Mensch strebt nach Unsterblichkeit. Die meisten befriedigen dieses Bedürfnis damit, daß sie Kinder zeugen. Andere, Soldaten oder Politiker zum Beispiel, versuchen zu einer Legende zu werden. Wieder andere, Geschäftsleute etwa, finden ihre Hoffnung auf ewiges Leben im Fortbestand von Handelshäusern und großen Vermögen. Von allen ist der Künstler in dieser Hinsicht am gierigsten. Er ist sich der Ewigkeit am deutlichsten bewußt und hat das größte Bedürfnis nach unvergänglichem Ruhm. Nur er versucht, Gott herauszufordern, indem er etwas schafft, das es noch nie zuvor gegeben hat und möglicherweise nie wieder geben wird, wenn sein Werk untergeht. Nur Gott und er sind imstande, Schönheit hervorzubringen. Nur Gott und er können eine Welt erschaffen. Nur der Künstler kann sich in puncto Intellekt und Empfindsamkeit mit Gott messen.« (Russell H. Greenen, In Boston?, SchirmerGraf Verlag, 2007)

Generation YouTube

Habe am Samstag ein tolles Konzert von Gavin DeGraw im Stadtgarten in Köln erlebt, als Special Guest im Vorprogramm spielte die nicht minder wunderbare Hayley Sales. Und ständig zuckten die Handy- und sonstigen Digitalkameras in die Luft, Konzertbesuch 2.0. Mir soll es egal sein, denn ich hatte das Erlebnis pur und ohne Armstarre – und profitiere jetzt auch noch von der Generation YouTube. Mit euch.



Weezer: Pork and Beans

Mehr Stars in einem Video geht nicht.

Toni geht auf Tour!

Das wird doch ein Fest, den großen Herrn Mahoni live auf der Bühne erleben zu können. Vermutlich hier:

15.05.2008 – Köln, Wohnzimmertheater
25.05.2008 – Köln, Wohnzimmertheater
18.10.2008 – Bonn, Pantheon

Ick freu ma!

So ist das wirklich

»Aber das Team kann – und ein echter Kerl glaubt das wirklich – nur Erfolg haben, wenn er es aus vollem Herzen unterstützt, Tag und Nacht für das Team da ist, selbst wenn das im Einzelfall bedeutet, daß er dafür seine Familie, seine Arbeit und die Sorge um die globale Erderwärmung vernachlässigen muß. Wenn er dazu bereit ist, kann sein Engagement alles verändern. Dann wird er zum integralen Bestandteil der Erfolgsformel seiner Mannschaft. Dann kann er zum Sieg genauso viel beitragen wie die Sportler selbst – abgsehen davon, daß er sich im Gegensatz zu ihnen nicht zu bewegen braucht.« (Dave Barry, Dave Barry erklärt, was ein echter Kerl ist, Eichborn Verlag, 2005)

Buch des Jahres

»Und wenn man es mit Leuten zu tun hat, die nur das glauben, was sie glauben wollen, dann ist das ziemlich schlimm. Mag sein, dass wir hier im modernen Failsworth leben, Shelagh; mag sein, dass wir uns am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts befinden, wo jeder seinen Wintergarten hat und wo man seine Topfpflanzen im Gartencenter kauft und zur Andacht in die voll klimatisierten Konsumtempel läuft. Aber lass dich davon nicht täuschen. Zivilisation! Ein dünner Firniss, Shelagh! Hinter dem Einkaufswagen im Supermarkt trottet noch mancher Neandertaler. Und wenn man mal die Topfpflanzen weglässt, Shelagh, dann laufen in den Gartencentern massenweise Sadisten rum. Glaub nur nicht allzu fest an die so genannte Zivilisation, Shelagh; wenn es nur irgend ginge, würden auf den Parkplätzen vor den Einkaufscentern und Supermärkten bald wieder regelmäßig Menschen gehenkt, verprügelt und als Hexen verbrannt. Und alle wären sie da, in ihren Armani-Anzügen, mit ihren gestylten Frisuren, ihren Topfpflanzen, ihrem Perrier-Wasser und dem marinierten Tunfisch, den sie sich dann mittags auf den Holzkohlengrill legen, um ihn genüsslich im Garten zu verzehren, nachdem sie dem Henker den ganzen sonnigen Vormittag auf dem Supermarkt-Parkplatz beim Köpfen zugeschaut haben.« (Willy Russell, Der Fliegenfänger, Diana Verlag, 2001)

Auch ein schönes Genre: Screwball-Romane

»Lassen Sie mich doch helfen. Was Ihr Mann da gemacht hat, nennt man versuchten Mord, und ich bin mir ziemlich sicher, dass das gegen irgendein Gesetz verstößt.« (Carl Hiaasen, Der Reinfall, Goldmann Verlag, 4. Auflage 2006)

Wer hat da Second Life gesagt?

»Wie an jedem Ort in der Realität, wird auch an dieser Straße gebaut. Bauunternehmer können ihre eigenen kleinen Nebenstraßen bauen, die von der Hauptstraße abzweigen. Sie können Häuser, Parks, Schilder und auch Sachen erschaffen, die in der Wirklichkeit nicht existieren, zum Beispiel gigantische, oben schwebende Light Shows, spezielle Viertel, wo die Gesetze des dreidimensionalen Raum/Zeit-Gefüges ignoriert werden, und Freikampfzonen, wo die Menschen einander jagen und töten können. Der einzige Unterschied besteht darin: Da die Straße gar nicht wirklich exisiert – sie ist nur ein Computergraphikprogramm, das irgendwo auf einem Stück Papier aufgeschrieben wurde –, wird nichts davon materiell erbaut. Vielmehr handelt es sich um Software, die der Öffentlichkeit über das weltweite Fiberoptiknetz zugänglich gemacht wird.« (Neal Stephenson, Snow Crash, Wilhelm Goldmann Verlag, 2. Auflage 2002)

Esattamente

»Nach fast zwei Stunden, es muß kurz vor Rom sein, steuern wir eine area servizio, eine Raststätte, an. Als wir zu dem kleinen Kiosk mit der Aufschrift Bar Agip gehen, um dort einen Kaffee zu trinken, werden wir von einem Mann angesprochen, der uns ein Feuerzeug verkaufen will. Luigia und ich gehen weiter, ohne ihn eines Blickes zu würdigen, aber Franco bleibt stehen, kauft tatsächlich ein Feuerzeug und stößt erst wieder zu uns, als wir den caffé schon bestellt haben. 'Warum hast du ein Feuerzeug gekauft', frage ich, 'die sind doch bestimmt gestohlen!' Franco widerspricht nicht, sondern erklärt mir, dies sei der Preis dafür, daß den Reifen seines Autos auf dieser Raststätte nichts geschehe. Außerdem seien diese Feuerzeuge bestimmt gut, 'denn', erklärt er mit entwaffnender italienischer Logik, 'sie sind ja gestohlen.'« (Albrecht Beutelspacher, Pasta all'infinito, Deutscher Taschenbuch Verlag, 3. Auflage 2003)

De Dreck muss weg!

Und alle: »Gestern wurd' sich drum jerissen, heut' wirds auf den Müll jeschmissen!«



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