Ich bin ein schlechter Selbstredakteur. Was ich selektiv im Internet lese, ist fürchterlich subjektiv motiviert und gibt mir nicht das Gefühl, ausreichend und ausgewogen informiert zu sein.
So ist mein Entschluss gereift, wieder zur
Wochenzeitung zu greifen. (Dass es damit rund drei Monate vor der Bundestagswahl losgeht, ist nicht ganz zufällig.) Dieses Bedürfnis habe ich als Schüler und Student – wenn ich mir den Zeitraum anschaue, vermutlich sogar während ihres kompletten Erscheinens – exzellent mit der Zeitung
Die Woche stillen können, die dann aber aus Wirtschaftlichkeitsgründen eingestellt wurde. Abonnenten haben seinerzeit automatisch den Rheinischen Merkur zugestellt bekommen, den ich aber, vermutlich nur im direkten Vergleich, nicht als adäquaten Ersatz empfunden habe. Und so nahm meine politisch-kulturelle Informiertheit ihren skizzierten Verlauf. (Ganz schlecht ist sie ja jetzt auch nicht. Nur eben subjektiv nicht ausreichend und ausgewogen. Das muss ich nochmal schreiben, damit ich mir selbst nicht wie ein wissensloser Idiot vorkomme.)
Die Wochenzeitung scheint mir ideal zum Lückenstopfen geeignet zu sein: Für eine Tageszeitung fehlt mir die Zeit, wöchentlich erscheinende Magazine haben einen zu hohen Anteil boulevardesker Informationen, die ich als Selbstredakteur ohnehin entdeckt habe, bleibt also die Wochenzeitung als ideale Schnittmenge. Und wenn mal wenig Zeit ist, kann man den politischen Teil am Erscheinungstag lesen, den Rest im Laufe der Woche. Wird ja nicht schlecht.